Nach drei erfolglosen Versuchen haben die USA am vergangenen Wochenende den Ryder Cup gewinnen können.

Mit einer 9,5 zu 6,5 Führung ging es in den Schlusstag, an dem Traditionell die 12 Spieler jedes Teams gegeneinander antreten. Bereits das erste Match des Tages Rory McIlroy gegen Patrick Reed sollte Richtungsweisend für den Ausgang sein. Beide Spieler, als s.g. „Driving Force“ ihres Teams, lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, mit dem besseren Ende für den US-AmerikanerReed gewann das Match gegen McIlroy 1up mit unglaublichen Putts.

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Match zwei und drei ging jeweils mit 3&2 an Europa, wobei Hendrick Stenson gegen Jordan Spieth als auch der Rookie Thomas Pieters gegen J.B. Holmes überragende Nervenstärke bewiesen. Das Justin Rose dann gegen Rickie Fowler sein Match 1up verlor, war unerwartet, hatte der Brite doch in den Foursomes und Fourball eine überragende Form gezeigt. Mit Rafa Cabrera Bellos 3&2 Sieg über Jimmy Walker stand es nach 5 Einzeln dann 13,5 zu 9,5 für die USA.

In dem wohl besten Match was je in einem Ryder Cup gespielt wurde, duellierten sich die beiden Veteranen ihrer Teams Phil Mickelson für die USA und Sergio Garcia für Europa. Phil Mickelson spielte 10 Birdies und Sergio Garcia insgesamt 9 Birdies auf 18 Bahnen. Am Ende hieß es dann „all square“ und somit benötigten die USA nur noch einen ½ Punkt, um den Ryder Cup nach 2008 wieder zu gewinnen.

Den Sieg für die US-Amerikaner sicherten dann Ryan Moore 1up gegen Lee WestwoodBrandt Snedeker 3&1 gegen Andy SullivanDustin Johnson 1up gegen Chris Wood und Brooks Koepka 5&4 gegen den Mastersieger Danny Willett. Das Martin Kaymer neben Sergio Garcia der einzige Spieler in den Einzeln blieb, der ohne Bogey die Runde beendete und mit 1up gegen Matt Kuchar den 11 und finalen Punkt für Europa holte, ist nur noch eine Randnotiz. Auch Martin Kaymer blieb hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere in den Spielen am Freitag und Samstag konnte er sein ganzes Können nicht abrufen. Zach Johnson mit 4&3 gegen Matt Fitzpatrick sicherte dann den Endstand des 41. Ryder Cup.

Sicherlich wird es im Nachgang des Ryder Cup wieder einige Diskussionen geben! Insbesondere über die Zusammensetzung des Teams und auch die Zusammensetzung der jeweiligen Spielpaarungen. Nicht jede Entscheidung von Captain Darren Clark machte auf dem ersten Blick Sinn, aber dass er diesen Ryder Cup mit 6 Neulingen spielen musste, liegt nicht nur in seiner Verantwortung. Das am Ende die US-Amerikaner den Cup in den Händen hielten lag auch daran, dass sie in den Einzeln einfach besser geputtet haben als die Europäer. Dass ein Danny WillettLee Westwood als auch Martin Kaymer nicht ihr volles Potential abgerufen haben, kann man schlecht Darren Clark zum Vorwurf machen, trotzdem bleibt die Frage, warum ein Russel Knox oder auch Paul Casey nicht für das europäische Team nominiert wurden?

Negativ in Erinnerung bleiben wieder einmal einige wenige US-Amerikanische Fans (siehe auch Video), die die Etikette des Golfs als auch eine sportlich faire Auseinandersetzung nicht kennen. Bälle die ins Wasser geschlagen werden, oder auch verschobene Putts zu bejubeln gehört sich einfach nicht! Wie viel die europäischen Spieler ertragen mussten, wird an der Aussage von Sergio Garcia deutlich. „I’ve been reminded that I haven’t won a Major probably 300 times this week, but I love these moments. I love being in Ryder Cups. I love playing for my teammates. I love playing for Europe.“ Umso bemerkenswerter ist es, wie sich das europäische Team präsentiert hat. Ganz im Gegensatz zu einigen Spielern der USA. Allen Voran Brandt Snedeker, Zach Johnson aber auch Patrick Reed. DICKIE (Patrick Reed) hat wenigstens noch versucht die Kurve zu bekommen. Fairplay ist sowohl für Zack Johnson als auch für Brandt Snedeker ein Fremdwort. Das hatte nichts mehr mit Euphorie und Enthusiasmus zu tun, sondern war einfach nur charakterlos. Bei beiden passt das Zitat von P.G. Wodehouse: “To find a man’s true character, play golf with him.

Positiv in Erinnerung bleiben wird in jedem Fall das Golfspiel auf allerhöchstem Niveau. Insbesondere das Match Phil Mickelson gegen Sergio Garcia hat bereits jetzt seinen Weg in die Geschichtsbücher gefunden. Die Neulinge Rafa Cabrera Bello und Thomas Pieters haben gezeigt, dass auch der Nachwuchs im europäischen Golf auf Weltniveau mithalten kann. Wie wichtig den Spielern der Ryder Cup ist, macht die Aussage von Rory McIlroy deutlich: „But seriously I think there have been many positives to take going into Paris in two years’ time. Some of the new blood that we have, they have experienced their first Ryder Cup and now they know what it’s about and they know what they are going to expect next time. I’m confident we’ll have that winning feeling again in Paris.

Als faire Verlierer gratulieren wir dem amerikanischen Team zum Ryder Cup und freuen uns bereits jetzt auf die Revanche 2018 in Paris.