Der Westen der USA gehört sicherlich zu den schönsten Plätzen auf diesem Planeten. An jeden der folgenden Orte kann man es sicherlich länger als 3 Tage aushalten.

OK, Los Angeles ist da vielleicht eine Ausnahme, obwohl die Stadt sicherlich einiges zu bieten hat, gehört Sie nicht zu meinen favorisierten Städten. Sicherlich reicht ein Reisebericht nicht aus, um alle sehenswerten Orte der Westküste zu beschreiben. Von daher betrachten Sie diesen Reisebericht als ersten Teil von einer sehenswerten Gegend..

Eine der schönsten Gegenden der USA ist sicherlich die Westküste mit ihren unglaublichen Nationalparks. Dazu kommt noch, dass neben Los Angeles auch noch die europäischste Stadt in den USA (San Francisco) ein guter Ausgangspunkt ist, die Schönheit der “nahe liegenden” Nationalparks zu erkunden. Und so beginnt dieser Reisebericht auch mit der Stadt, die ihren Namen dem Heiligen Franziskus, also Franz von Assisi, zu verdanken hat.

San Francisco

Den spanischen Ursprung und den damit verbundenen europäischen Wurzeln, kann man in San Francisco an jeder Ecke spüren. Ob nun an der Lombard Street, eine der “kurvenreichsten Straßen der Welt”, am Alamo Square mit seinen wunderschönes Häusern (auch “Painted Ladies” genannt) oder am Fisherman’s Wharf mit seinem Pier 39 und den dort ansässigen Seelöwen, San Francisco ist in jedem Fall eine Reise wert. Neben den bereits genannten Plätzen sollte man in jedem Fall einmal die Golden Gate Bridge in Natura gesehen haben. Der Nebel ist dort typisch, also nicht wundern, wenn man die Brücke nicht in seiner vollen Pracht erlebt. Des Weiteren kann ich in jedem Fall den Golden Gate Park empfehlen, auch zum Union Square – dem Finanzviertel von San Francisco – lohnt sich ein Abstecher. Sehr zu empfehlen sind zwei Dinge in San Francisco: leihen Sie sich ein Fahrrad und erkunden die Stadt und die Küste damit, es lohnt sich in jedem Fall, zumal man als Fahrradfahrer sehr wohl auch über die Golden Gate Bridge fahren darf. Auch sollten Sie mit der Fähre einmal nach Sausalito fahren. Von hier haben Sie einen Blick auf Alcatraz, die Skyline von San Francisco und die Golden Gate Bridge. Auf einem kleinen Hügel gibt es einen Aussichtspunkt, der die Bucht von San Francisco als auch die Golden Gate Bridge ermöglicht.

Highway One

Die Qual der Wahl stellt sich dann, ob man den Highway 1 nach Los Angeles nimmt, oder doch lieber zum Yosemite-Nationalpark – mit einem kurzen Abstecher in den Muir-Woods (den Mammutbäumen oder auch Sequoia) – fährt. Ich hatte mich für den Highway 1 entschieden, wobei die Straße ja eigentlich California State Route 1 heißt. Vorbei am Big Sur führt die Straße – nicht direkt – am Hearst Castle vorbei. Wer nicht schon am Big Sur den einen oder anderen Tag geblieben ist, sollte in jedem Fall diesen “kleinen” Umweg machen. Wie der Name schon sagt, wurde das Anwesen in den 1920er Jahren von W.R. Hearst erbaut. Neben den über 100 Zimmern gibt es auch noch einen Pool im griechischen Stil (Neptune Pool) zu bewundern, die diesen kleinen Zwischenstopp in jedem Fall rechtfertigen. Fährt man weiter kommt man zwangsläufig an Malibu vorbei. Viel gibt es dort nicht zu sehen, schon gar keine Promis, aber einen unglaublich schönen Strand. Irgendwann ist man dann in Los Angeles und irgendwie kennt man die Stadt ja (aus Filmen und Serien). Keine Stadt war so oft Schauplatz für Film Drehs wie Los Angeles.

Los Angeles

Die Geschichte von Los Angeles ist jedoch schnell erzählt. Abgesehen davon, dass man die Smok-Glocke doch sehr deutlich erkennen kann, gibt es neben dem Hollywood Schriftzug nur noch den Walk of Fame und Chinese Theatre. Am Chinese Theatre kann man dann auch die Fuß- und Handabdrücke der Stars und Sternchen bewundern. Natürlich gibt es noch Bel Air, den Rodeo-Drive (nicht enttäuscht sein, der ist recht kurz und nicht wie in Pretty Woman), Long Beach und Santa Monica. Neben den vorgenannten Plätzen kann ich am Tage noch Venice Beach empfehlen. Ein wirklich interessanter Platz an dem sich zahlreiche Künstler, Maler, Artisten und Selbstdarsteller versammeln. Muscle Beach gibt es wirklich und mit ein bisschen Glück sehen Sie sogar einen Promi beim Workout. Nach Sonnenuntergang ist aber auch hier der Aufenthalt am Strand verboten. Probieren Sie es auch nicht, Los Angeles gilt als Stadt mit der höchsten Bandenkriminalität, insbesondere South Los Angeles (oder auch South Central genannt).

Las Vegas

Um von Los Angeles zum Grand Canyon zu gelangen, empfiehlt es sich durch die Mojave Richtung Las Vegas zu fahren. Das Spielerparadies überhaupt! Schon von weitem sind der Strip und die dort ansässigen Casinos zu erkennen. Mitten in der Wüste gelegen dreht sich in Las Vegas alles um die Shows großer Stars (meist mit langjährigen Verträgen und täglichen Aufführungen) und dem Glücksspiel in den zahllosen Casinos. Wenn auch in die Jahre gekommen, kann ich das Caesars Palace empfehlen. Neben dem sind aber sicherlich auch das “The Mirage” als auch das Bellagio nicht die schlechtesten Adressen. Da die Shows vom Künstler und natürlich vom Geschmack abhängen, werde ich keine Empfehlung dazu aussprechen, nur so viel: ich hatte das Glück die Show von Siegried & Roy als auch von David Copperfield in Las Vegas erleben zu dürfen. In welchem Hotel Sie am Ende ihr Glück versuchen ist eigentlich egal, denn in allen Hotels/Casinos stehen unzählige Slotmaschinen, Blackjack- und Roulette Tische. Was Sie aber in keinem Fall verpassen sollten sind die abendlichen Shows der jeweiligen Hotels, insbesondere die Abendshow beim Treasure Island ist das warten wert.

Hoover Dam

Nicht unweit von Las Vegas -gut 50 KM entfernt- befindet sich der Hoover Dam, mitten im Black Canyon. Der bekannteste Staudamm der USA entstand zwischen 1931 und 1935. In der Mitte des Dams verläuft die Staatsgrenze zwischen Arizona und Nevada. Das spielt keine große Rolle, außer in den Wintermonaten. Dann gilt in Arizona die Mountain Time (UTC-7) und in Nevada die Pacific Time (UTC-8). Der Staudamm ist sehr beeindruckend und wenn man schon in der Nähe ist, sollte man auf jedem Fall einen kleinen Zwischenstopp einrichten und diese technische Meisterleistung besuchen. Ferner liegt es auf dem Weg zum Grand Canyon und von daher ist auch keine Zeit verschwendet.

Grand Canyon

Unterschätzen Sie nicht die Fahrt vom Hoover Dam zum Grand Canyon. Es dauert gut 4 Stunden bis man am Eingang zum Grand Canyon Nationspark steht. Zwischendurch kommen Sie bereits durch einige kleinere Schluchten, die zum Anhalten und fotografieren animieren. Wie der Name schon sagt, ist der Grand Canyon groß, um nicht zu sagen sehr groß! Die Ränder sind weitestgehend begehbar und auch die Möglichkeit in den Canyon, mit Hilfe von Pferden, zu gelangen ist gegeben. Hier kommt man sich als Mensch recht klein und unbedeutend vor, wenn man sich bewusst macht, wie viele Jahrhunderte oder Jahrmillionen Jahre der Colorado River benötigt hat, diese 450 KM lange Schlucht zu erzeugen. Welche Seite die schönere Aussicht bietet kann ich nicht beurteilen, da ich beide Seiten, sowohl den North-Rim als auch den South-Rim, sehr beeindruckend finde. Am schönsten ist der Grand Canyon in den frühen Morgenstunden wenn die Sonne aufgeht, denn dann sind noch recht wenig Touristen unterwegs und man kann die Natur und Stille des Grand Canyon in vollen Zügen genießen.

Lake Powell

Weg vom Grand Canyon führt der Weg zum Lake Powell, einen ebenfalls künstlich angelegten Stausee. Der Lake Powell entstand durch den Bau des Glen Canyon Dam in den frühen 60er Jahren und zählt heute zu einen der größten Stauseen in den USA. Der Lake Powell ist wunderschön und mit Hilfe einer kleinen Bootstour gelangt man zur Rainbow Bridge, der größten natürlichen Steinbrücke der Welt. Die Brücke selber ist nur über einen Fußmarsch zu erreichen und die Empfehlung ist: nehmen Sie sich reichlich Wasser mit und verpassen nicht ihr Boot zurück. Der Weg lohnt sich aber nicht nur wegen der Rainbow Bridge, wenn Sie ein wenig weitergehen werden Sie weitere Atemraubende Steingebilde entdecken, die jede Mühe wert sind.

Monument Valley

Bekannt aus unzähligen Western ist der Navajo Nation’s Monument Valley Park. Hier finden sich die Tafelberge die nicht nur Filmfans bekannt sind. In das Monument Valley kann man mit seinem privaten PKW (oder dem Mietwagen) fahren. Es empfiehlt sich jedoch dieses mit einem Geländewagen zu machen, da es verständlicher Weise keine ausgebauten Straßen gibt. Wer mehr vom Valley sehen möchte, muss sich durch die dort ansässigen Einheimischen fahren lassen. Die dürfen, anders als mit dem eigenen PKW, auch abseits der vorgegebenen Route fahren. Die Tafelberge sind allerdings auch gut von dem “öffentlichen Weg” sichtbar.

Bryce Canyon

Für viele Reisende ist das Monument Valley sicherlich schon das Highlight. Dabei übersieht man gern den Bryce Canyon National Park. Für mich der schönste und beeindruckenste Park der USA. Der Grand Canyon beeindruckt durch seine schiere Größe, doch im Bryce Canyon -auf gut 2.400 Meter Höhe- wird einem die Laune der Natur erst richtig verdeutlicht. Thors Hammer ist nicht zu übersehen und auch die unzähligen, durch die Natur geschaffenen, Amphitheater sind mehr als beeindruckend. Die Schönheit des Bryce Canyon National Park hat sich in der Zwischenzeit rumgesprochen und aus diesem Grund gibt es seit dem Jahr 2000 ein Shuttlesytem in den Canyon. Empfehlen kann ich in jedem Fall eine Fußwanderung durch den Park, der einem die vorhandenen Erosionsformen sehr eindrucksvoll verdeutlichen.

Zion Nationalpark

Der letzte große Nationalpark auf dem Weg zum Yosemite Nationalpark ist der Zion – Nationalpark. Ebenfalls ein eindrucksvoller Nationalpark der eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Aber nach den Besuchen im Grand Canyon und Bryce Canyon hat er doch so seine Probleme, in mein Top Ranking zu kommen. Nichtsdestotrotz möchte ich den Zion Nationalpark erwähnen, schließlich hat man hier die Möglichkeit, einen kalifornischen Condor zu Gesicht zu bekommen. Mir war das leider nicht vergönnt, aber die Ranger vor Ort berichten mit Stolz, dass es ihnen gelungen ist diese fast ausgestorbene Art auszuwildern.

Der letzte Nationalpark auf dem Weg zurück nach San Francisco ist der Yosemite Nationalpark. Der in der Sierra Nevada gelegene Park gilt als einer der größten Naherholungsgebiete an der Westküste der USA. Gut 4 Stunden von San Francisco bzw. 6 Stunden von Los Angeles entfernt liegt ein wahres Naturjuwel, was Mann oder Frau in jedem Fall besuchen sollte. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen. Die meisten schaffen es nur bis zum Yosemite Vally, aber der Park hat viel mehr zu bieten. Motorisiertes Befahren des Nationalparks ist an vielen Stellen nicht möglich, aber man kann sehr wohl mit dem Mountain Bike, dem Pferd oder auch zu Fuß den Park erkunden. Seien Sie auf eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren gefasst, insbesondere Schwarzbären gibt es im Park zur Genüge. Aber auch die Wasserfälle, Mammutbäume und unzählige Felsformationen machen diesen Park zu einem MUSS! Der Park ist ganzjährig offen und so hat man auch die Gelegenheit, ein wenig Wintersport zu treiben, entsprechende Genehmigungen vorausgesetzt.

Der ein oder andere geneigte Leser wird sich jetzt natürlich die Frage stellen, wie man das alles in nur 3 Wochen Urlaub bewältigen soll? Auch ich habe die hier vorgestellte Reise natürlich nicht in 3 oder 4 Wochen gemacht. Vielmehr ist das eine Zusammenfassung von jeweils zwei mal 4 Wochen, an denen ich diese Gegend besucht habe. Vielleicht hilf ja dieser kleine Bericht dem ein oder anderen bei seiner Entscheidung, was man sich angucken sollte und was man vielleicht im “Vorbeigehen” mitnehmen kann. Ich kann nur wiederholen, dass es eine der schönsten Gegenden auf diesem Planeten ist, in denen ich bisher war.