Muhammad Ali – der größte Sportler aller Zeiten – hat am 3. Juni 2016 seinen letzten großen Kampf verloren.

Ich bin mir nicht mehr sicher, zu welchem seiner Kämpfe mein Vater mich geweckt hat. War es der 30. Oktober 1974 als Muhammad Ali im legendären “Rumble in the Jungle” den schier Übermächtigen George Foreman in der 8. Runde K.O. schlug. Vielleicht aber auch erst im September 1975 im „Thrilla of Manila“ – ein epischer Kampf gegen seinen alten Rivalen Joe Frazier. Auch diesen Kampf gewann er, nachdem der Trainer von „Smoking“ Joe Frazier den Kampf in der 14. Runde stoppte.

Gesehen habe ich beide – ob nun damals oder später ist am Ende auch egal. Verfolgt habe ich Muhammad Ali seit der damaligen Zeit. In Erinnerung bleiben sicherlich seine Kämpfe – auch der letzte – gegen Parkinson. Der dauerte über 30 Jahre und Ali versteckte sich nicht – das hat er nie gemacht. Ein Kämpfer, einer der seine Meinung sagt und auch die daraus resultierenden Konsequenzen getragen hat. Die besten Jahre seine Karriere haben Sie ihm genommen – weil er den Wehrdienst verweigerte. Trotzdem war er der einzige Boxer im Schwergewicht, der 3-mal den Titel „undisputed champion” aller Verbände innehielt.

Float like a butterfly, sting like a bee“ so beschrieb Ali einst seinen Kampfstiel. Den „Ali Shuffle“ kann bis heute keiner im Schwergewicht. Mit „Rope-a-Dope“ gelang der Sieg über George Foreman und der Schlachtruf „Ali, boma ye!“, den die damalige Bevölkerung im früheren Zaire (heute: Demokratische Republik Kongo) skandierte, stand und steht auch heute noch für das Charisma und die Kontaktfreudigkeit von Ali.

Einer seiner größten Auftritte hatte Muhammad Ali 1996 jedoch bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele von Atlanta. Sichtlich gezeichnet von Parkinson war er derjenige, der das olympische Feuer entzündete. Der Mann, der seine olympische Goldmedaille von Rom 1960, aus Verärgerung in den Ohio River schmiss, weil er wegen seiner Hautfarbe in seiner Heimatstadt nicht bedient wurde. Später sagte Ali darüber: “Ich habe gezeigt, dass Parkinson mich nicht bezwingen kann“. Im Jahr 1999 ernannte das IOC Muhammad Ali zum „Sportler des Jahrhunderts“, vor einem Jesse Owens um nur einen zu nennen.

Von 61 Profikämpfen in der Zeit von 1960 bis 1981 gewann er 56, davon 37 durch K.o. Zwei seiner insgesamt 5 Niederlagen kassierte Muhammad Ali, als er schon von seiner Krankheit gezeichnet war. 1980 gegen seinen ehemaligen Sparring-Partner Larry Holmes und im Dezember 1981 gegen Trevor Berbick auf den Bahamas.

 

Muhammad Ali wird immer in Erinnerung bleiben, auch wegen seiner zahlreichen Sprüche und Aussagen.

Über das Alter

„A man who views the world the same at 50 as he did at 20 has wasted 30 years of his life.”

Über das Leben

“Live everyday as if it were your last because someday you’re going to be right.”

Über das sein

“Don’t count the days; make the day’s count.”

Der GOAT – Greatest Of All Time – bleibt sicherlich nicht nur in meinen Erinnerungen. Er ist jetzt an einem schöneren Platz und sicherlich wird er auch hier nicht zu übersehen und zu überhören sein.